Kolpingsfamilie spielt und feiert

Der Gründungstag des Tettnanger Kolping-Vereins ist eine kurze Reminiszenz zur Begrüßung am Dreikönigssonntag gewesen. Thomas Volz und Claudia Witzemann haben zum Kolpingstheater im Gemeindezentrum St. Gallus zum fünften Mal in der Vorstellungsreihe fast 300 Theater-Zuschauer begrüßen können. Volz und Witzemann nutzten die Gelegenheit, sich bei allen Beteiligten, Darstellern und Mitwirkenden, Helfern und Organisatoren, Servicekräften und Mitmachenden zu bedanken. Als besonders erfreuliches Ereignis zum Stiftungsjahrestag haben sie ein erstes Resümee zur Sternsingersammlung vermelden können. 


„Die Sternsinger konnten erfreuliche rund 31000 Euro sammeln“, verkündete Witzemann. Beim Pressegespräch machte sie darauf aufmerksam, dass es besonders bemerkenswert sei, da die Sammlung diesmal mit weniger Sternsingern habe durchgeführt werden müssen. Dennoch habe man mehr Spendenvolumen erreicht. „Toll wär’s, wenn wieder mehr Sängerinnen und Sänger mitmachen würden“, sagte Witzemann, „die Hilfebedürftigen freuen sich schon drauf.“ Gefeiert werde das Stiftungsfest mit der letzten Theater-Vorstellung. „Der besondere Charakter als Stiftungsfest bleibt inzwischen wegen der Länge des Theaterstücks eher im Hintergrund“, erklärte Vorstandsmitglied Iris Hehne-Häberle. Ihr Vorstandskollege Michael Götz ergänzte: „Ehrungen haben wir zum Beispiel schon anlässlich des Kolping-Gedenktages im Dezember vorgenommen“. Im Jubiläumsjahr 2018 hat die Tettnanger Kolpingsfamilie ihre Vereinsleitungsstruktur komplett umstellen müssen, konnte schließlich mit einem Vorstandsteam von sieben Mitgliedern weitermachen. Spekulationen, ob die Auswahl des neuen Theaterstückes deswegen mit dem Thema „Gerüchte“ zu tun hat, ließen sich nicht erhärten. 

„Gerüchte, Gerüchte“ oder „Rumors“, ist eine veritable Farce – und lebt von der Überzeichnung. Diese Art von Komödie beinhaltet neben Verwechslungen, unpassenden oder absurden Situationen auch eine gewisse Schnelligkeit, Grenzüberschreitungen oder Unsinn, bis es weh tut. Insoweit ist das Kolping-Ensemble dem Stück des amerikanischen Boulevardtheatermeisters Neil Simon, das 1988 am Broadway uraufgeführt wurde, durchaus gerecht geworden. Gewohnt im Bereich Spitzenklasse waren Kulisse, Maske und Kostüme der Kolping-Bühne, hier hat Johannes Stopper als Regisseur und Bühnenbildner einmal mehr ein Händchen bewiesen. Auch die Entscheidung, die Siebziger mit Rüschenhemden, Brokatröcken, viel Orange, Plateausohlen und Knallfarben aufleben zu lassen, ganz zu schweigen von den Koteletten oder gelockter Haarpracht, passte zur Kuriosität der Handlung. Schön auch, dass in den einzelnen Szenen immer wieder andere Protagonisten mit Dialogen oder Monologen positiv auffielen. Besonders gelungen – auch ohne Worte – war das Spiel von Christina Witzemann. Teils mit großer Lautstärke, dafür mit wenig Gehör, konnte auch Markus Keßler gelungen die Wandlung vom bestimmenden Anwalt zum Verwirrspielverursacher darstellen. Die anderen Darsteller hatten in den verschiedenen Szenen ebenfalls jeweils ihre Highlights. Hier fielen, nur beispielhaft genannt, die Darstellungen von Irene Grupp als Clara Ganz und Andreas Grupp als Kommissar Wels positiv auf.

Nicht ganz ohne fürs Publikum: Komplikationen machten das Stück anspruchsvoll. Viel Bewegung, verhältnismäßig oft klingelten Türglocken, internes und externes Telefon, das wirkte gewollt nervig. Gelegentlich gab es so trotz – oder wegen – der Dichte des Plots und zahlreicher gleichzeitig eröffneter Handlungsstränge sogar Längen. Die Anpassung des Stücks mit Lokalkolorit, beispielsweise durch Anspielungen aufs Tettnanger Verkehrskonzept, war oft gelungen, von der Schaffenskraft des Bürgermeisters bis zum Kreisverkehr an der Oberhofer Straße, von Segnungspower versus Hygiene mit Pfarrer Hagmann. Die derart Einbezogenen waren im Publikum und trugen es mit Fassung.

Bei allen Beteiligten kamen schließlich der Schluss des Stückes und die Auflösung gut an: Die Polizei ließ alle Fünfe gerade sein, an den Gerüchten war natürlich mal wieder fast überhaupt nichts dran. Und noch ein Gerücht: Die meisten der Zuschauer werden wohl auch beim 152. Tettnanger Kolping-Theaterstück wieder mit dabei sein.

Quelle: www.schwaebische.de


Rückblick Theatertage 2018: Der wahre Jakob

Dieser Schwank in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach aus dem Jahre 1923, zählt zu den Evergreens des Boulevardtheaters, so wie der Komödienhäuser und findet sich regelmäßig auf Spielplänen deutschsprachiger Bühnen, wie z.B. dem Millowitsch- und dem Ohnsorg-Theater.

Peter Strubbel, seines Zeichen Stadtrat und Vorsitzender des Keuschheitsbundes, wird zusammen mit seinem Freund Heinrich Böckle zum „Sittlichkeitskongreß“ nach Stuttgart delegiert. Dort kommt bei ihm aber bald der wahre Jakob zum Vorschein und sie finden sich stattdessen im Varietè wieder. Strubbel nutzt die Gelegenheit und möchte sich in ein kleines Abendteuer mit der bezaubernden Tänzerin Yvette flüchten.

Er ahnt aber nicht, dass es sich dabei um seine eigene Stieftochter handelt.

Als Yvette dann ihren Verehrer in der Kleinstadt besucht, gerät eine ganze Welt aus den fugen und so manch Geheimnis kommt ans Tageslicht....

Kolping Tettnang im Überblick:

Kapelle Brünnensweiler

„Maria Königin des Friedens“ auf der Brünnensweiler Höhe. Seit über 50 Jahren steht die Kapelle auf Tettnangs höchster Erhebung.
mehr lesen ...

Sternsinger

Es wird gesungen und Spenden gesammelt. Als heilige drei Könige wird der Segensgruß C+M+B in die einzelnen Häuser der Stadt getragen.
mehr lesen ...

Nikolaus

Der von der Kolpingsfamilie organisierte Nikolaus-Besuch in den Tettnanger Wohnzimmern läuft seit fast 50 Jahren traditionell ab.
mehr lesen ...

Theater

Unter der kreativen Regie von Johannes Stopper, inzwischen im neunten Jahr, erheiterten zwölf prachtvolle Darsteller, zum Teil ...
mehr lesen ...