Projekte Porcon - Peru

Brief aus Porcón für die Kolpingfamilie Tettnang        

Porcón, 12.September 2012

Liebe Freundinnen und Freunde der Kolpingfamilie Tettnang,

im Namen der Kirchengemeinde Cristo Ramos Porcón, entbieten wir euch unseren großen und tief empfundenen Dank für eure großzügige Unterstützung in diesem Jahr 2012. Wir danken Euch für Eure Hilfe für die Kinder der Refectorios (und auch für die Spende für die Schulbücherei unserer pfarreieigenen Grundschule- dies bezieht sich auf die Sternsingerspende der Pfarrei Guter Hirte FN, Anm. der Übersetzerin).

Wie schon seit Jahren stellen wir auch in diesem Jahr wieder erfreuliche Fortschritte fest bei der Versorgung und Fürsorge für die kleinen Kinder durch ihre Mütter. Mit der verbesserten Ernährung und Gesundheitsversorgung gelingt es uns, die Armut wirksam zu bekämpfen, welche die tägliche Geißel der Schwächsten in unserer Gesellschaft ist.

Paradoxerweise befindet sich ausgerechnet auf dem Gebiet unserer Gemeinde eine der größten Goldminen der Welt; aber leider nützt sie nur den Mächtigen und den transnationalen Konzernen, während sie uns als Anwohnern nur Armut, Umweltverschmutzung, Krankheiten und Wasserknappheit bringt. Wir haben heute weniger Wasser denn je zur Verfügung, es fehlt an Trinkwasser ebenso wie an Wasser für die Felder – das ist ein sehr beklagenswerter Zustand hier in Cajamarca und ganz besonders in Porcón.

Leider  müssen wir in den letzten Jahren zunehmende soziale Ungleichheiten unter den campesinos feststellen und eine wachsende Zahl verarmter Bauern. Die Situation von unterernährten Kindern und Müttern, die Zunahme von Erkrankungen der Atemwege, Nasenbluten bei Kindern und Jugendlichen, Hautallergien, Kopfschmerzen bei Schülern unserer Schulen sind vermutlich eine Folge der Umweltverschmutzung, die durch den unverantwortlichen Bergbau in unserer Region verursacht wird.

Diese Realität tut uns Tag für Tag in der Seele weh und stellt auch eine Herausforderung für unseren Glauben dar. Angesichts dieser Umstände müssen wir lernen, dass Gott stets auf der Seite der Unterdrückten steht, dass er an der Seite der Armen für das Leben eintritt. Wenn dies aber der Gott ist, an den wir glauben, so müssen auch wir sein, wo Er ist, wir müssen dieselbe Haltung einnehmen, für die Rechte der Armen eintreten, denn dies ist die Gerechtigkeit Gottes.

Wie gerne würden wir ohne Hilfe von außen auskommen, wie gern würden wir Euch sagen, unterstützt bitte mit euren Spenden andere Menschen, die bedürftiger sind als wir – aber es ist uns leider nicht möglich! Wir müssen uns als Kirche dem Leid des konkreten Menschen an unserer Seite zuwenden, und das sind hier nun einmal die campesinos von Porcón, die „so oft nicht wirklich leben können, sondern ums blanke Überleben kämpfen in unmenschlichen Situationen – für sie müssen wir uns einsetzen, mit ihnen müssen wir für mehr Gerechtigkeit für die Armen kämpfen.“

Wir alle sind aufgerufen, in Treue zu unserem Gott das Leben der Ausgeschlossenen unserer Gesellschaft zu verteidigen. Die Armutssituation unserer Kinder und Mütter ist eine ständige Herausforderung, der wir uns mit Mut, Großzügigkeit und Solidarität stellen müssen, um die unbequemen Worte der Bibel zu erfüllen:

„Wenn dein Bruder verarmt und sich neben dir nicht halten kann, sollst du ihn, auch einen Fremden oder Halbbürger, unterstützen, damit er neben dir leben kann“ (Lev25,35-36)

Wir danken Euch von ganzem Herzen. Ganz besonders danken wir den Kindern, die als Sternsinger mit großer Anstrengung, mit viel Opferbereitschaft und Nächstenliebe jedes Jahr Spenden sammeln für unser Projekt –

Gott möge sie und Euch alle von der Kolpingfamilie Tettnang stets segnen und schützen!

Wir verabschieden uns mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit für all Eure Zuwendung.

bis zum nächsten Mal

Padre Alexander Urbina Aliaga, Pfarrer

Kolping Tettnang im Überblick:

Kapelle Brünnensweiler

„Maria Königin des Friedens“ auf der Brünnensweiler Höhe. Seit über 50 Jahren steht die Kapelle auf Tettnangs höchster Erhebung.
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Sternsinger

Es wird gesungen und Spenden gesammelt. Als heilige drei Könige wird der Segensgruß C+M+B in die einzelnen Häuser der Stadt getragen.
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Nikolaus

Der von der Kolpingsfamilie organisierte Nikolaus-Besuch in den Tettnanger Wohnzimmern läuft seit fast 50 Jahren traditionell ab.
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Theater

Unter der kreativen Regie von Johannes Stopper, inzwischen im neunten Jahr, erheiterten zwölf prachtvolle Darsteller, zum Teil ...
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