Eindringlicher Rückblick auf Erfolgsgeschichte

Einen „großen Bahnhof“ hat es dem Anlass entsprechend an Dreikönig in der katholischen Kirchengemeinde gegeben. Zu einem Festgottesdienst in St. Gallus und Festakt im Gemeindezentrum hatten sich Gäste aus den Empfängerprojekten und der Politik eingefunden, um ein halbes Jahrhundert Sternsinger Tettnang würdig zu begehen. Auch hatten sich viele ehemalige Sternsinger aus der Anfangszeit auf den Weg zur Jubiläumsfeier gemacht – ebenso wie der langjährige Verantwortliche der Sternsingeraktion Tettnang, Eberhard Rapel, der drei Jahrzehnte die Hauptverantwortung der Aktion getragen hatte.

Feierlich und bunt zugleich bereits der Einzug in St. Gallus. Mit Kreuz und Fahnen, singend und trommelnd mit den Schwestern aus Simbabwe, mit den Sternsingern und Pfarrer Hagmann sowie Pater Josef im Gefolge – ein erhebendes Gefühl. Nach einem herzlichen Willkommen von Pfarrer Hagmann machte er zuerst im Gespräch mit Raphael Thiel einen Sprung ins Jahr 1968 – dem Gründungsjahr der Sternsinger Tettnang. Er hatte die Idee aus Laupheim mitgebracht und in der katholischen Jugend Tettnang zusammen mit Manfred Holz realisiert. Im ersten Jahr sammelte man die stolze Summe von 3000 DM, die damals Pater Hagenmaier zugutekamen. Seit 1973 wird das Projekt von der Kolpingsfamilie Tettnang weitergeführt. Nach der Gründergeneration kam ein Vertreter der heutigen Sternsinger zu Wort – der kleine Mohr mit Namen Max stand Pfarrer Hagmann Rede und Antwort.Kurze Interviews mit Pater Josef Xavier Alangram (für Indien) und Schwester Alexia Dendere für Simbabwe folgten. Druckfrisch konnte der Organisator der Sternsingeraktion, Josef Hellmann, das aktuelle Ergebnis der Sammlung 2018 verkünden: Stand 6. Januar sind es 32780 stolze Euro. Damit sind seit Beginn der Aktion eine Million Euro für die Projekte in der dritten Welt gesammelt worden.Ein Ergebnis, für das sich Pfarrer Hagmann nicht nur bei den Sternsingern dieser ganzen Jahre bedankte, sondern auch bei den Spendern, die ihr Herz und ihre Geldbörse geöffnet haben.

Die besondere Leistung der Sternsinger hob Pfarrer Hagmann dann auch in seiner Predigt hervor. Dass sie eben nicht nur Geld sammeln, sondern auch den Segen bringen und Gottes frohe Botschaft in die Häuser tragen.

Zum anschließenden Festakt konnte Moderatorin Maria Schuster viele Besucher im Gemeindezentrum begrüßen. In seinem Grußwort vor der Kulisse des aktuellen Kolpingtheaters brachte Bürgermeister Bruno Walter seinen Dank für die Leistung der Sternsinger und auch an alle Beteiligten in diesen 50 Jahren zum Ausdruck. Aus Ulm überbrachte die Leiterin des Kindermissionswerk Süd, Karin Alletsee,die Glückwünsche zum Jubiläum. Sie hatte Sterne mit den Eckdaten der Tettnanger Aktion mitgebracht mit dem Sammelergebnis und den Jubiläen – der Trägerverein Kolping Tettnang feiert in diesem Jahr noch seinen 150. Geburtstag.

In einer Talkrunde berichteten verschiedene Personen über Erfahrungen mit den Sternsingern und aus den Empfängerprojekten. So konnte Manfred Holz aus den Anfängen berichten, dass die Spende der ersten Sammlung direkt an Pater Hagenmaier nicht die volle Begeisterung des Bischofs erhalten habe,weil solche Spenden über das Missionswerk abgewickelt werden sollten. Eine 50-50- Lösung als Kompromiss wurde dann akzeptiert. Als Kompliment des Bischofs dann allerdings in Richtung Montfortstadt: Wenn die Tettnanger was machen, dann richtig….

Als langjährige Sternsingerin war Melina Blum in die Runde geladen. Als besonderes Erlebnis unter vielen ist ihr ein eiskalter Abend in Erinnerung geblieben, an dem ihre Gruppe in ein Haus gebeten wurde und ihre Lieder bei heißen Getränken unterm Christbaum singen durfte.

Bewegend waren die Schilderungen von Schwester Reingard Berger über ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen in 50-jähriger Missionstätigkeit, etwa in einer Schule für gehörlose Kinder in Emerald Hill (Grüner Hügel), Simbabwe. Für den Unterhalt der Schule werden pro Kind etwa 300 US-Dollar gebraucht. Nachdem die direkten Sachspenden wie Kleider an die Schule mittlerweile versteuert werden müssen, ist dieser Weg der Unterstützung zu teuer und musste eingestellt werden.Die Bevölkerung wird nur auf Vorkasse medizinisch versorgt. Die Behandlung einer Schwester, die bei einem Unfall verletzt wurde, konnte erst nach Bezahlung der Behandlungsgebühr begonnen werden – hierzulande unvorstellbar. Generell besteht im Land Schulpflicht. Bei Schulgebühren – jenach Schulart - von rund 900 US-Dollar können sich aber viele Menschen eine Schulausbildung schlicht nicht leisten oder Kinder müssen nebenbei arbeiten und schaffen deshalb die Schule nicht.Hier sollen Nachhilfeangebote weiterhelfen, weil Schulbildung das einzige Mittel ist, um aus der Armut herauszukommen. Das herzliche "Vergelt's Gott" von Schwester Reingard an dieser Stelle galt auch ganz besonders den Kindern und ihrem Einsatz. Den tiefgehenden Eindruck von Schwester Reingards Worten verstärkten noch Auszüge aus Briefen von Schülern von Emerald Hill, die noch einmal belegten, wie wichtig die geleistete Hilfe für die Menschen ist.

Aus der Arbeit mit Partnergemeinde Porcon berichtete Eva Aicher. Auch ist das zentrale Thema Bildung, um der Armut zu entfliehen. Als äußeres Zeichen der Verbundenheit hatten die Frauen in Porcon Schlüsselbänder gewebt, die dann im letzten Jahr beim Jubiläum der Partnerschaft übergeben wurden.

Mit Pater Josef Alangaram von der Steyler Mission berichtete ein alter Bekannter aus Tettnang von seiner Arbeit in der Mission. Als größtes Problem in der Mission in Indien wurde auch hier die Armut genannt. Bei einem Einkommen von etwa 40 Euro pro Monat müssen die Kinder mitarbeiten und deshalb die Schule abbrechen. Auch hier soll den Kindern mit Nachhilfe Programmen geholfen werden, diesen Armutskreislauf zu durchbrechen.

Mit dem Dank an die Runde beendete Maria Schuster den Festakt, der den Besuchern doch recht eindringlich vor Augen geführt hat, wie eine Idee entstanden ist und sich weiter entwickelt hat – auf einem segensreichen Weg. Die Besucher hatten im Anschluss noch die Gelegenheit, anhand von Pinnwänden und einer Bilderschau die 50 Jahre Sternsinger in Tettnang Revue passieren zu lassen und so manche gemeinsame Erinnerung noch einmal aufleben zu lassen.


2018 - 50 Jahre Sternsinger Tettnang

Sternsinger – unterwegs für KINDER EINER WELT.
"Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit"

In Deutschland wird dieses weltumspannende Werk 60 Jahre alt und in Tettnang tragen die Sternsinger der Kolpingsfamilie seit 50 Jahren den Segen in die Häuser und zu den Menschen unserer Stadt.  

An Dreikönig, Sa 06.01.2018, 10.00 Uhr feiern wir  dieses Jubiläum  in St. Gallus. Hierzu und zum anschließenden Empfang im Gemeindezentrum laden wir Sie herzlich ein. Mit der Unterstützung durch die Presse vor Ort konnten die Sternsinger aus Tettnang bis in die heutige Zeit KINDERN EINER WELT in Indien, Brasilien, Peru, Simbabwe eine Chance geben. Dafür sind wir dankbar und blicken optimistisch in die Zukunft.  

Wir freuen uns auf diese Begegnung. Vertreter unserer gewachsenen Projekte sind anwesend. Macher der ersten Stunden können mit Stolz auf ihr Werk zurückblicken. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns feiern.


Sternsinger sind für Gottes Schöpfung unterwegs

Pfarrer Rudolf Hagmann hat ihnen am Montagnachmittag im Aussendegottesdienst den Segen mit auf den Weg gegeben: den Sternsingern, die unter dem Motto „Gemeinsam für Gottes Schöpfung“ wieder Brücken schlagen sollen zu den Menschen in den Projektländern, welche seit vielen Jahren von der Aktion der Kolpingsfamilie Tettnang unterstützt werden.

„Es ist schön, wenn ich durch Tettnang laufe und an den Haustüren überall eure Spuren sehe“, so brachte Hagmann in der Gallus-Kirche seine Freude zum Ausdruck. Nach kindgerechten Worten und herzlichem Dank fürs Engagement hat er rund 80 kleine und große Könige auf Sammeltour geschickt. Eine Zahl, die erwähnenswert ist, sind es doch 20 Kinder und Jugendliche zu wenig, um das stetig wachsende Tettnanger Gebiet abzudecken. Mit der Folge, dass viele Häuser nicht besucht werden können. Einige Sternsingergruppen sind bereit, die nichtbesetzten Gebiete an einem weiteren Tag zu besuchen. Möglich ist, dass dies erst am Donnerstag, 5. Januar, sein wird.

Über den Einsatz von Pfarrer Hagmann und Diakon Michael Hagelstein, die zum wiederholten Male mit einer Ministrantengruppe einen ganzen Tag unterwegs sein werden, freut sich die organisierende Kolpingsfamilie sehr und bittet die Bevölkerung um Verständnis, falls die Sternsinger bei ihren Besuchen niemanden angetroffen oder ein Haus übersehen haben. Für den Fall des Falles gibt es die Möglichkeit, eine Spende direkt auf das Konto der Kolpingfamilie Tettnang unter IBAN: DE48 6905 0001 0020 8784 19 (Stichwort Sternsinger) zu überweisen.

Der Segen C+M+B steht nicht für Caspar, Melchior und Balthasar, die Namen der Heiligen Könige, sondern für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus.

 
 
 

Kolping Tettnang im Überblick:

Kapelle Brünnensweiler

„Maria Königin des Friedens“ auf der Brünnensweiler Höhe. Seit über 50 Jahren steht die Kapelle auf Tettnangs höchster Erhebung.
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Sternsinger

Es wird gesungen und Spenden gesammelt. Als heilige drei Könige wird der Segensgruß C+M+B in die einzelnen Häuser der Stadt getragen.
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Nikolaus

Der von der Kolpingsfamilie organisierte Nikolaus-Besuch in den Tettnanger Wohnzimmern läuft seit fast 50 Jahren traditionell ab.
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Theater

Unter der kreativen Regie von Johannes Stopper, inzwischen im neunten Jahr, erheiterten zwölf prachtvolle Darsteller, zum Teil ...
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